Manager dirigieren ein Symphonie-Orchester


Heute möchte ich über mein Geburtstagsgeschenk berichten. Ein halbes Jahrhundert und ein tolles Fest. Alles rund, nur so manches Geschenk lässt eine nicht so richtige Feststimmung aufkommen. Da es am 31. 1. aber noch weit weg war, hab ich verdrängt, dass ich in dem Moment der Übergabe schon überhaupt nicht wusste was ich damit anfangen sollte.

Nun heute ist der Tag und morgen soll der grosse Tag sein, ich soll das RIAS Jugend Orchester dirgieren. Alle fanden das Geschenk echt cool, klasse unschlagbar, nur ich der Beschenkte fand es immer schwieriger, je näher der Termin kam, das positiv zu sehen.

Wer mich kennt versteht das schon mal gar nicht, da ich innovativ und kreativ bin und neues immer gerne ausprobiere. Ehrlich gesagt, weis ich auch nicht, warum das diesmal so ganz anders ist.

Fühle ich mich einfach zu unmusikalisch? Ich weiss es nicht.

Das ging doch die letzten 3 Tage schon soweit, dass ich vor 2 Tagen Halsschmerzen bekam,  gestern Ausschläge und heute morgen rutsche ich in der Badewanne nur wenige Meter vom Veranstaltungsort aus und verrenke mir das Kreuz.

Selbsterfüllende Prophezeihung nennt man das.

Meine Frau bemühte sich seit Wochen mir die „Angst“ zu nehmen. Ich und Angst? Aber was ist es sonst, keine Ahnung!

Aber ab 13 Uhr heute nachmittag gehts los und ich werde berichten wie dieses Seminar abläuft, was sich verändert und was ich langfristig auf mein Führungsverhalten ableiten kann. Es ist ein mehrfach prämiertes Seminar, unter anderem auch: „Ausgewählter Ort Deutschlands 2010″. Alle Infos zu dem Seminar unter http://www.managerdirigierseminar.de

Etwas hab ich gelernt – jetzt schon. Ich feiere nur noch, wenn es keine Geschenke gibt, sondern an einen gemeinnützigen Zweck gespendet wird:-) (wurde später revidiert).

Ab zum Frühstück, dann noch ein bisschen bummeln in Berlin. Ach die Schuhe die waren für Berlin? Hoffentlich gehts nicht so weiter.

Es ist Samstag 0.00 Uhr, so jetzt kann ich vom ersten Tag berichten:

Der Beginn war schon klasse, der Referent Herr Reichart machte klar, um was es geht und wo die Überschneidungen zur Führungsaufgabe liegen.

Éin weiterer Teilnehmer war froh, dass er noch einen „Leidensgenossen“ hatte der auch keine Noten kannte. Wir haben uns sofort verstanden, was allerdings komisch ist, er hat sich das selbst geschenkt….. , also es war ab der ersten Minute nicht langweilig und so langsam erschloß sich mir, was damit bezweckt werden sollte.

Warum hab ich mir damit so viele Tage seit dem 31.1. vermiest? Ich weiß es nicht! Auf jeden Fall ist es schade, denn so wie es los ging, gab es dafür keinen Grund. Jetzt ist es zu spät und ich mach das Beste draus.

Morgen kommen doch tatsächlich fast alle, die mir das geschenkt haben und ich bin der Einzige, der das Programm mit einem Frack absolviert. Ist das peinlich? Oder einfach Stil? Mal sehen, ich weiss es selbst noch nicht. Meine Frau versteht mich auf jeden Fall nicht, denn eigentlich bin ich innovativ und so hat Sie mich noch nie erlebt. Ich mich übrigens auch noch nicht.

Also der Abschluß des Tages war ein Konzert, bei dem wir einem Profi in der Philharmonie in Berlin direkt auf der Bühne zusehen konnten. Klasse und wie die das mit Gefühl rüberbringen, echte Profis. Tja, da ist die Latte morgen ganz schön hoch.

Aber jetzt gehts ins Bett und seit der Übergabe des Geschenks eigentlich der erste Augenblick, wo ich mich freue.

Gute Nacht und morgen gehts weiter.

Guten Morgen – heute also ist der große Dirigententag.

Aufstehen, Joggen und die Morgenstimmung im Tiergarten aufnehmen. Aufgeregt bin ich wie früher beim Wettkampf als Weitspringer. Doch egal, ich darf das Seminar ja auch unter erschwerten Bedingungen absolvieren. Warum erschwert?

Alle, die sich das selbst geschenkt haben, machen das locker im Anzug, bestenfalls ist die Frau dabei und bei mir? Keine Ahnung, von gar  nichts, keine Notenkenntnisse und beim Geschenk war auch flugs ein Frack dabei und freundlich, wie nur echte Freunde sein können, ist Ihnen der Weg nach Berlin nicht zu weit, um das Dirigieren auch noch fachmännisch zu begutachten.

Kein Wunder, wenn man da nervös ist!

Also dann bis später es geht jetzt zum RBB Fernsehzentrum in der Masurenallee, ach ich habe mindestens 10 Mal beide Stücke angehört –  heute früh versteht sich – nach 100 Versuchen zuhause,  um das Ende der Stücke heute ja nicht zu verpassen.

Es ist 18.45 Uhr wir sind am Flughafen Schönefeld und fliegen nach einem wunderbaren Tag zurück.

Die erste Probe heute morgen mit Flügel und unserem Trainer Herr Reichart war schon ein Erlebnis, da wir jetzt wussten was so alles passiert. Die Nervosität war trotzdem hoch, denn im Übungsraum standen viele leere Stühle und Notenständer und klar war, dass wir am Nachmittag da stehen sollen und zwei Stücke ohne Hilfe dirigieren werden. In diesem Moment noch ein wenig weit weg.

Dann kamen vier Damen es waren die ersten Stimmen, darunter natürlich die Konzertmeisterin (1.Geige).  So war der Sprung vom Flügel zum ganzen Orchester nicht gar so groß. Auch war hilfreich, dass sie mit uns die Mittagspause verbrachten und wir uns ein bisschen kennenlernen konnten. Denn hast du nie was mit Musik zu tun, ist das alles verdammt fremd und das führt doch bei den meisten zu leichten Schweißausbrüchen.

Auch diese Übungsrunde haben wir alle gut gemeistert, naja absolviert ist vielleicht besser:-)

Wir haben viel gelacht, aber vor allem über uns selbst und zum Staunen gab es immer viele Gründe und zwar immer dann wenn Herr Reichart aus uns alles rausholen wollte – aber es war halt nicht so viel drin, wie bei ihm als Profi.

Der große Augenblick, erstmals stehst Du vor einem komplettem Orchester. Alle durften Übungen machen und so konnte auch diese Hürde schnell überwunden werden. Jetzt hieß es üben, üben, üben. Ja und man merkte sehr schnell, dass da Profis sitzen, die Ihr Handwerk verstehen. Genau so werde ich künftig meine Mitarbeiter wählen und lieber keinen einstellen wenn sich nicht die/der passende bewirbt.

Du kannst das Geschehen laufen lassen, du musst eingreifen, wenn du gerne eine Änderung in der Lautstärke, dem Tempo etc. hast. Die Instrumente werden wie schon erwähnt von Profis gespielt.

Also kurzer Abschluß:

Alle waren nach Ihrem Abschluß, nämlich ihren zwei Stücken, glücklich und zufrieden. Alle haben Ihr Bestes gegeben, auch unsere weiteren Betreuer, Herr Prof. Seegers, ehemaliger Schlagzeuger der Gruppe Skorpions. Er versuchte während des Seminars unseren Ausdruck immer zu verbessern und gab uns Unterstützung wo wir sie brauchten.

Danke an diese Initiative des RIAS Jugendorchesters und die phantastischen Referenten.

Ich empfehle diese Seminar auf jeden Fall weiter.

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2 Antworten to “Manager dirigieren ein Symphonie-Orchester”

  1. Oliver Sperl Says:

    Hallo Jürgen,
    ich erinnere mich sehr gerne an unsere gemeinsame Erfahrung an diesem Seminar. Ich war einer Deiner Mitstreiter und kann Deine Eindrücke und Beschreibungen gut nachvollziehen. Vielleicht ist dies für uns „Führungsprofis“ ja doch eine besondere Erfahrung, die wir nicht mehr missen möchten. Für mich jedoch war auch die Begegnung mit Dir ein „Highlight“ dieses Wochenendes und das Gefühl einen Partner im Geiste zu kennen wird bleiben. Lass uns bei Gelegenheit weitere „Grenzerfahrungen“ machen und uns als „Chefs“ neue Herausforderungen suchen.
    LG Oliver

  2. Jürgen Dawo Says:

    Danke für deinen Beitrag lieber Oliver,
    Grenzerfahrung, ich glaube das trifft es am besten.
    Am Donnerstag letzter Woche hab ich dieses Dirigierseminar genutzt um meinen Franchise-Partnern klar zu machen, dass auch ein System nur funktioniert wenn die Partner profesionell in ihrer Region arbeiten und der Franchiesgeber nur die Stücke also Noten vorgibt, sowie den Takt und die Lautstärke bestimmt. Alles andere muss Vorort geschehen.
    Mit dem Frack und dem Dirigierstock kam auch der Spaß nicht zu kurz und ich denke der Vortrag bleibt dadurch auch haften und mehr kann man wohl von einer Rede nicht erwarten.
    Immer mehr empfehlenswert http://www.managerdirigierseminar.de

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